Elternabend mit Frau Himmelhuber (JaS an der RS Wüm), Frau Burmeister (Leiterin der Beratungsstelle Waagnis e.V. in Regensburg) und Frau Paulus (JaS an der MS Wüm) (v.l)
Ausstellung "Klang meines Körpers"
Essstörungen vorbeugen und richtig reagieren – Interaktive Ausstellung „Klang meines Körpers“ sensibilisierte 183 Schülerinnen und Schüler in Waldmünchen
Junge Menschen für das Thema „Essstörungen“ zu sensibilisieren war von 5. bis 21. Mai ein Ziel der interaktiven Ausstellung „Klang meines Körpers“. Aufgebaut in den Räumen des alten Reitmeier-Gebäudes, unterstützte das Präventionsprojekt junge Menschen dabei Vorurteile abzubauen, genauere Kenntnisse zum Thema zu erwerben und konkrete Wege der Hilfe kennenzulernen.
Organisiert wurde die Durchführung von den Jugendsozialarbeiterinnen Juliana Paulus (Schwarzachtal-Mittelschule) und Nadine Himmelhuber (Realschule Waldmünchen). Unterstützt wurden sie von Lehrkraft Kerstin Altmann (Realschule) sowie vier Fachkräften des Gesundheitsamtes Cham.
In insgesamt zwei- bis dreistündigen Workshops nahmen 183 Schülerinnen und Schüler beider Schulen (8. und 9. Klassen) teil. Die Jugendlichen setzten sich intensiv mit den Ursachen, Auswirkungen und Bewältigungsmöglichkeiten von Essstörungen auseinander.
Besonders eindrucksvoll war dabei das Konzept der Ausstellung selbst: „Klang meines Körpers“ wurde von Menschen entwickelt, die selbst von einer Essstörung betroffen waren. Dadurch erhielten die Jugendlichen einen authentischen und sehr persönlichen Einblick in die Lebenswelt der Betroffenen. Individuell gestaltete Roll-Ups erzählten deren Geschichten, ausgewählte Musikstücke spiegelten Gefühle und Gedanken wider, persönliche Briefe ermöglichten einen direkten Zugang zu den Erfahrungen der Erkrankten und sogenannte Schatzkisten enthielten die Erkenntnisse und Lösungswege für die jeweiligen Personen.
Diese vielfältigen Elemente machten die Schicksale der Betroffenen für die Jugendlichen greifbar und nahbar. Statt ausschließlich sachliche Informationen zu vermitteln, konnten die Teilnehmenden in Kleingruppen ihre Gedanken zum Thema austauschen und gemeinsam Fragestellungen bearbeiten, abschließend wurden diese in großer Runde vorgestellt.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Lösungswegen. Anhand der persönlichen Lebensgeschichten konnten die Schülerinnen und Schüler nachvollziehen, wie Betroffene Unterstützung angenommen, Rückschläge bewältigt und Schritt für Schritt ihren Weg aus der Erkrankung gefunden haben. Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, dass Hilfe möglich ist und dass Familie, Freunde, Schule sowie professionelle Beratungs- und Therapieangebote eine wichtige Rolle auf dem Weg zur Genesung spielen, denn Essstörungen können jeden treffen – doch niemand muss den Weg allein gehen.
Die Verantwortlichen zogen ein positives Fazit. Die große Beteiligung und das Interesse der Jugendlichen zeigten, wie wichtig Präventionsangebote sind, die Wissen vermitteln und gleichzeitig die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen. Die Ausstellung „Klang meines Körpers“ habe eindrucksvoll vermittelt, dass Aufklärung und Prävention wichtige Bausteine sind, um Essstörungen vorzubeugen – und dass es für Betroffene immer Wege gibt, Hilfe zu finden und neue Perspektiven zu entwickeln.
aus: MZ, 19.06.2026