Schulstart an der Realschule Waldmünchen

378 Schüler in 17 Klassen

Schulstart an der Realschule. Erstmals wird das Förderprogramm „klasse.im.puls“ für Musikunterricht genutzt. Auch PIZ- und KOMPASS-Schule. 17 Wahlfächer im Angebot

Mit 378 Schülern in 17 Klassen ist die Realschule Waldmünchen ins neue Schuljahr gestartet – darunter 64 Jungen und Mädchen in drei fünften Klassen. Damit ist die Schülerzahl im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert, sagt Realschuldirektor Josef Mühlbauer. „Keine neuen Kollegen, keine Versetzungen, nur eine Lehrkraft ist aus der Elternzeit zurückgekehrt“, ergänzt Konrektorin Julia Firsching. So hat es auch im Kollegium kaum beziehungsweise keine Veränderungen gegeben. 35 Lehrkräfte – in Voll- und Teilzeit – sind an der Realschule tätig. „Wir sind ganz gut ausgestattet, ich kann mich nicht beschweren“, meint Mühlbauer mit Blick auf seine Kollegen. Die zustehende Stundenzahl – 1,4 Lehrerstunden pro Schüler – habe man wie jedes Jahr voll ausgeschöpft. Damit sei man wie immer „gut versorgt“.

Im Gespräch mit unserer Redaktion informieren Mühlbauer und Firsching aber auch über das Wahlfachangebot, die Profilbereiche der Schule und darüber, was heuer neu ist. Und das ist eine ganze Menge. So ist die Realschule in diesem Schuljahr erstmals im Förderprogramm „klasse.im.puls“, das die Einrichtung von Musikklassen unterstützt. Die Bewerbung war erfolgreich. Positiv bemerkbar gemacht habe sich hier die Bandklasse, die es bereits an der Schule gibt, sagt Mühlbauer. Dank der finanziellen Unterstützung aus diesem Programm – „gut dreistellig“, wie der Schulleiter verrät – können nun weitere Instrumente für den Musikunterricht angeschafft werden.

Stärken fördern

Ab diesem Schuljahr – die Mitteilung traf während der Sommerferien ein – ist Waldmünchen zudem KOMPASS-Realschule. Der Name steht für Kompetenz aus Stärke und Selbstbewusstsein. Dieses Projekt nimmt die individuellen Stärken und Fähigkeiten der Schüler in den Fokus, um ihnen trotz Unterschiedlichkeit und Vielfalt bestmögliche Teilhabe an Bildungschancen zu bieten. Zudem hat es auch die Lehrkräfte im Blick, sagt Firsching. So würden sich zum Beispiel Lehrer gegenseitig im Unterricht besuchen. Den Besuch der Schulleitung ersetze das aber nicht, sondern diene vor allem dem Austausch. KOMPASS-Realschulen gibt es mehrere; aus dem Landkreis sind auch Roding und Furth im Wald bei diesem Projekt dabei.

Anders bei PIZ (Profischule für Informatik und Zukunftstechnologie), hier ist Waldmünchen im Landkreis Cham die einzige und eine von nur drei Realschulen im gesamten Bezirk Oberpfalz. Ausgezeichnet wurde Waldmünchen bereits im Sommer, die offizielle PIZ-Prädikatsverleihung erfolgt im Oktober in der Residenz in München. Ziel dieses Projekts ist es, mehr Schüler für Informatik zu interessieren. Die ausgezeichneten Schulen werden in ihrer Profilbildung gefördert und dienen auch als Vorbilder und Multiplikatoren in ihren jeweiligen Regionen oder Schularten. All das kommt nicht von ungefähr, sondern ist mit Aufwand verbunden, weiß Firsching. Aber es passt zum Profil der Schule mit ihrem breit gefächerten Angebot. So gibt es allein 17 Wahlfächer – ein nahezu einmaliges und wesentlich breiteres Angebot als es andere Realschulen vergleichbarer Größe haben. Die beiden Schwerpunkte sind hier Musik (Schulband, Bandklasse) und IT (CAD, 3-D-Druck, Robotik oder Instagram Account) – passend zu den Projekten „klasse.im.puls“ und „PIZ“.

Jeder Schüler hat Tablet

Sogar eine freiwillige IT-Abschlussprüfung können die Waldmünchner Realschüler ablegen und damit eine zusätzliche Qualifikation erwerben. Darauf vorbereiten können sie sich außerhalb des regulären Unterrichts in einem entsprechend Wahlfach. Generell ist man an der Realschule für neue Entwicklungen und Veränderungen aufgeschlossen. So wird neben dem digitalen Unterricht auch verstärkt mit Künstlicher Intelligenz (KI) gearbeitet, und zwar fächerübergreifend, sagt Mühlbauer und verweist darauf, dass jeder seiner Schüler ein Tablet hat.

Die werden im Unterricht natürlich genutzt und auch vom breiten Wahlfachangebot machen die Realschüler gerne Gebrauch. Rund 150 Mädchen und Jungen hätten mindestens ein Wahlfach belegt, manche sogar bis zu drei, weiß Mühlbauer. Es erstaune sie immer wieder, dass so viele Schüler dafür nachmittags an der Schule bleiben, gesteht Firsching. Doch die Angebote scheinen bei den Jugendlichen anzukommen, zudem ist für jeden Interessenbereich etwas dabei. Um die 50 Schüler haben sich laut Mühlbauer für ein Wahlfach im digitalen Bereich entschieden. Der Vorschlag, den schuleigenen Instagram Account selbst zu pflegen, sei sogar aus den Reihen der Schüler gekommen, erinnert Firsching. Mit Fußball, Mountainbike, Skifahren oder Floorball gibt es auch sportliche Angebote, während die Schüler in den Wahlfächern Schulspiel und Werken/Kunst ihre kreative Seite zeigen können. Die Umwelt AG – so der neue Name für den früheren Schulgarten – und Schulsanitätsdienst ergänzen das Angebot.

In Sachen Sprachen ist die Realschule ebenfalls gut aufgestellt, und das nicht nur bei den Wahlfächern. Schon seit Langem ist sie Bilinguale Schule, das heißt, in den Jahrgangsstufen sieben bis neun können die Schüler im Fach Geografie Englisch als Unterrichtssprache wählen. Darüber hinaus ist die Realschule DELF-Partnerschule – eine Auszeichnung, mit der honoriert wird, dass sehr viele Schüler dieses Sprachzertifikat erwerben, und zwar äußerst erfolgreich. Als Wahlfächer werden zudem Tschechisch und die Vorbereitung auf das Sprachzertifikat Cambridge B1 Preliminary angeboten. Ihre Fremdsprachenkenntnisse können die Realschüler unter anderem beim Austausch mit ihren Partnerschulen – dem Gymnasium in Domažlice und dem Collège St. Gilduin in Waldmünchens Partnerstadt Combourg – testen und vertiefen.

Fünf Tage Praktikum

Dass sie wissbegierig und bereit sind, neue Erfahrungen zu sammeln, beweisen die Realschüler nicht nur beim Wahlunterricht, sondern auch bei diversen Praktika. Um ihnen Einblicke in verschiedene Berufe zu ermöglichen und so die Berufswahl zu erleichtern, wurden im vergangenen Schuljahr für die achten Klassen drei Praktikumstage eingeführt, und zwar während der Schulzeit. Diese seien bei Schülern und Eltern bestens angekommen, sagt Mühlbauer: „Die Rückmeldungen waren sehr positiv.“ Dieses Angebot soll nun auf fünf (Schul-)Tage ausgeweitet werden, obwohl das für Realschulen so eigentlich nicht vorgesehen ist, wie Mühlbauer sagt. Anders als Mittelschüler würden Realschüler diese Praktika nicht während der Schulzeit, sondern in den Ferien absolvieren. Doch letztendlich gehe es dabei um Berufsorientierung, meint Mühlbauer, und die passe gut zu einer KOMPASS-Schule.

Mensa auf der Wunschliste

Alles in allem ist die Realschule gut aufgestellt. Dennoch gibt es einen Wunsch, den Mühlbauer und Konrektorin Firsching haben: eine Mensa. Die wäre im Hinblick auf die vielen Schüler, die nachmittags Wahlfächer belegen und somit mittags an der Schule sind, wünschenswert. Für ein warmes Mittagessen ist gesorgt, das gibt es nach Anmeldung beim Hausmeister. Was fehlt, ist aber ein entsprechender Raum, denn Aula und Klassenzimmer seien als Speisesaal nicht sonderlich geeignet. Dass der Wunsch nach einer Mensa so schnell nicht in Erfüllung gehen wird, ist Mühlbauer klar. Das Geld werde andernorts dringender gebraucht, und zwar für die Sanierung von Gebäuden. Diesbezüglich könne er nicht klagen: „Unser Gebäude ist top in Schuss“, daran lässt der Schulleiter keinen Zweifel.

Text aus Chamer Zeitung vom 18.09.2025.

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